Helen Chiang hat öffentlich Behauptungen zurückgewiesen, sie sei von Microsoft wegen Richtlinienverstößen entlassen worden – drei Monate, nachdem sie die erste Chief Operating Officer der Xbox-Sparte geworden war. In einem ausführlichen LinkedIn-Beitrag erklärte Chiang, sie wolle hinsichtlich ihres Ausscheidens „für Klarheit sorgen“.

Chiang bestritt, vertrauliche Unternehmensinformationen an die Presse weitergegeben zu haben, Xbox verlassen zu haben, um zu einem Konkurrenten zu wechseln, oder sich an Diskriminierung, Mobbing, Belästigung, Insiderhandel, Veruntreuung oder anderen betrügerischen Aktivitäten beteiligt zu haben. Sie wies auch die Vermutung zurück, sie sei gegangen, weil sie bei der Besetzung einer ranghöheren Position übergangen worden sei.

In ihrer Stellungnahme erklärte sie nicht den konkreten Grund für ihren Weggang von Microsoft. Chiang sagte jedoch, sie habe „ernsthafte Bedenken“ hinsichtlich der Anwendung der in ihrem Fall relevanten Standards. Sie argumentierte, dass Fairness und Verantwortlichkeit nur dann Bedeutung hätten, wenn sie konsequent angewendet würden.

Ihr Ausscheiden war angesichts Chiangs langer Karriere bei Microsoft bemerkenswert. Bevor sie im Juli die Position der Xbox-COO übernahm, hatte sie mehr als 20 Jahre im Unternehmen verbracht, den Großteil davon innerhalb der Xbox-Sparte. 2007 wurde sie Xbox-Plattformgeschäftsführerin und war später ab 2020 mehr als sechs Jahre lang als Corporate Vice President für das Minecraft-Franchise tätig.

Die Bekanntgabe ihres Ausscheidens war kurz. Xbox-CEO Asha Sharma schrieb, dass Chiang Microsoft verlasse, und dankte ihr für ihre langjährigen Dienste, während sie ihr alles Gute wünschte.

Chiang sagte, sie wolle nicht, dass ihr Ausscheiden auf eine unzutreffende Darstellung reduziert werde, in der es um Inkompetenz, den Ehrgeiz nach einer größeren Rolle oder das gehe, was sie als „Skandal auf Nelson-Niveau“ bezeichnete. Stattdessen erklärte sie, ihre Geschichte handle davon, in einer schwierigen Situation ihren grundlegenden Werten treu zu bleiben.

Microsoft wurde um eine Stellungnahme zu Chiangs Aussagen gebeten, doch im verfügbaren Bericht war keine Antwort enthalten.

Quellen: PC Gamer.