The Remarried Empress, eine zehnteilige Realverfilmung eines beliebten Webromans und Webtoons, ist auf Disney+ gestartet. Die ersten vier Folgen führen in eine königliche Romanze ein, die in einer Fantasywelt spielt. Das vielversprechende Ausmaß der Serie wird jedoch bislang nicht durchweg von fesselndem Storytelling getragen.
Shin Min-a spielt Navier, die gefasste Kaiserin des Östlichen Kaiserreichs. Ihre Ehe mit Kaiser Sovieshu, gespielt von Ju Ji-hoon, ist stabil, aber nicht besonders leidenschaftlich. Dass die beiden kein Kind bekommen können, wird zum Konfliktpunkt, als Sovieshu Rashta rettet, eine ehemalige Sklavin, gespielt von Lee Se-young, und sie zu seiner Mätresse macht.
Die Geschichte hätte Raum, vertraute Klischees von Romanzen über den Aufstieg aus einfachen Verhältnissen zu hinterfragen, doch die frühen Folgen verleihen den Hauptfiguren kaum Tiefe. Naviers Gefühlswelt erhält mehr Aufmerksamkeit als im Webtoon, dennoch fällt es schwer, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Während Sovieshu und Rashta zunehmend bösartig werden, weckt die Serie im Vergleich dazu zwar Mitgefühl für Navier, macht sie aber nicht aus eigener Kraft zu einer fesselnden Figur.
Auch die politischen Folgen einer möglichen kaiserlichen Scheidung sind zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Die Premiere deutet eine größere magische Welt an, als während einer Jagd ein riesiges Wesen Navier angreift. Sie überlebt dank der Hilfe von Prinz Heinrey, gespielt von Lee Jong-suk, der in Gestalt eines Vogels erscheint. Diese Fantasy-Elemente sorgen für Spannung, fügen sich bislang jedoch noch nicht zu einem stimmigen Teil der Geschichte zusammen.
Mehr Schwung gewinnt die Serie, als Heinrey in menschlicher Gestalt am Hof erscheint. Zuvor hat er mit Navier als Vogel kommuniziert und sich zu ihrem Vertrauten entwickelt, ohne seine Identität preiszugeben. Seine verspielte Art bringt eine willkommene Leichtigkeit in die angespannten Beziehungen zwischen Navier, Sovieshu und Rashta. Ein Balltanz zwischen Navier und Heinrey verleiht ihrer Verbindung zudem einen überzeugenderen romantischen Funken.
Die Besetzung und das Szenenbild tragen dazu bei, dass die Serie sehenswert ist. Die Palastkulisse orientiert sich an europäischer Architektur, Kleidung und Etikette; die Dreharbeiten in Tschechien und Deutschland unterstützen diesen visuellen Ansatz. So entsteht eine eigenständige Mischung aus einer westlich inspirierten Fantasywelt und einer koreanischen Besetzung und Erzählweise.
Nach vier Folgen hat The Remarried Empress das Versprechen seiner ambitionierten Produktion noch nicht vollständig eingelöst und seine politischen Konflikte noch nicht klar herausgearbeitet. Doch Heinreys Auftritt und der visuelle Stil der Serie liefern Gründe, weiterzuschauen, während sich die Geschichte entfaltet.
Quellen: IGN.