Das Spielen einer modifizierten Version von Mario Kart 8 auf einem PC oder das Herunterladen eines Spiels aus einer nicht autorisierten Quelle kann in Frankreich rechtliche Risiken bergen, sagt der auf digitales Recht spezialisierte Pierre-Xavier Chomiac de Sas. Der Anwalt erklärt, das Gesetz unterscheide zwischen Personen, die Tools zur Piraterie erstellen oder verbreiten, und solchen, die wissentlich raubkopierte Spiele nutzen. Beide Gruppen müssten jedoch mit Konsequenzen rechnen.

Nach dem französischen Gesetz über geistiges Eigentum kann das wissentlich und zum persönlichen Gebrauch erfolgende Umgehen des Kopierschutzes eines Spiels mit einer Geldstrafe von bis zu 3.750 € geahndet werden. Die Bereitstellung von Tools, die dazu gedacht sind, solche Schutzmaßnahmen zu umgehen, oder die unerlaubte Verbreitung urheberrechtlich geschützter Spiele kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 300.000 € geahndet werden. Bei Straftaten, die von organisierten Gruppen begangen werden, steigt das angegebene Höchstmaß für Urheberrechtsverletzungen auf sieben Jahre Freiheitsstrafe und 750.000 € Geldstrafe.

Nutzer, die wissentlich eine nicht autorisierte Kopie herunterladen oder besitzen, können wegen Hehlerei im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen verfolgt werden. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe von 375.000 €. Der Artikel weist außerdem darauf hin, dass Rechteinhaber vor Zivilgerichten Schadenersatz fordern können.

Die Nutzung von Torrents kann ein zusätzliches Risiko bergen, sagt Chomiac de Sas: Während des Herunterladens können Nutzer die Datei mit anderen teilen und dadurch möglicherweise als Verbreiter statt lediglich als Empfänger gelten. Auch die Vorstellung, der Besitz eines Originalspiels erlaube automatisch das Herunterladen einer anderen Version oder das Spielen auf einer anderen Plattform, weist er zurück. Eine Privatkopie muss strenge Voraussetzungen erfüllen, und das Umgehen technischer Schutzmaßnahmen kann selbst eine Straftat darstellen.

Der Anwalt sagt, Rechteinhaber gingen gegen nicht autorisierte Plattformen und Fanprojekte vor, um ihr geistiges Eigentum und ihre wirtschaftlichen Interessen zu schützen. Die zentrale Warnung des Artikels lautet, dass der Besitz einer rechtmäßig erworbenen Kopie eine modifizierte oder heruntergeladene Version nicht zwangsläufig legal macht und die rechtlichen Folgen vom jeweiligen Verhalten abhängen.

Quellen: Jeuxvideo.com.